Ein Tunnel, der die Natur überlistet
Stellen Sie sich vor: 900 Kilometer tief im Inneren des höchsten Gebirges der Erde verläuft ein Tunnel, der Wasser von einem Ort zum anderen bringt – ohne dass ein einziger Tropfen verdunstet. Genau das plant Indien: einen unterirdischen Aquädukt durch den Himalaya, der Wasser aus wasserreichen Regionen in dürregeplagte Gebiete leitet. Das Besondere: Anders als offene Kanäle, die durch Verdunstung und Verunreinigung enorme Verluste erleiden, arbeitet dieser Drucktunnel nahezu verlustfrei.
Warum ein offener Kanal scheitert
Ein offener Kanal wäre die naheliegende Lösung. Doch in heißen, trockenen Regionen verdunstet ein erheblicher Teil des Wassers, bevor es sein Ziel erreicht. Zudem kann das Wasser durch Abfälle, Chemikalien oder tierische Ausscheidungen verunreinigt werden. In einem geschlossenen Drucktunnel unter der Erde gibt es keine Sonneneinstrahlung, keine Verdunstung und kaum Kontaminationsrisiko. Das Wasser bleibt sauber und gelangt nahezu vollständig an seinen Bestimmungsort.