Das System der Zwangsarbeit
Nordkorea exportiert nach Schätzungen der Vereinten Nationen jährlich bis zu 100.000 Arbeiter ins Ausland, vor allem nach China. Diese Arbeiter werden in Fabriken eingesetzt, die Textilien, Schuhe und Elektronik herstellen. Das Regime behält den Großteil ihres Lohns ein – die Arbeiter erhalten nur das Nötigste zum Überleben. Die Produkte werden dann mit ordnungsgemäßen Zertifikaten und Ethikkodizes in die globalen Lieferketten eingeschleust.
Wie gelangen diese Produkte in westliche Läden?
Die Fabriken in China sind oft offizielle Zulieferer internationaler Marken. Sie legen Rechnungen vor, unterschreiben Verhaltenskodizes und bestehen Audits. Die Spur der Zwangsarbeit wird dabei systematisch verschleiert. Ein UN-Bericht von 2019 dokumentierte konkrete Firmennamen und Routen – dieser Bericht ist öffentlich zugänglich, fand aber wenig mediale Aufmerksamkeit.