Das Zara-Modell: Geschwindigkeit durch Nähe
Während Konkurrenten wie H&M sechs Monate für die Produktion in Asien einplanen, schafft Zara es in nur 15 Tagen – vom Design bis ins Regal. Der Schlüssel liegt nicht in High-Tech, sondern in einem Netz von rund 10.000 Näherinnen in Familienateliers im Norden Portugals und in Galicien. Diese Werkstätten liegen nur zwei Stunden von der Inditex-Zentrale in Arteixo entfernt. Dadurch entfällt der lange Transportweg, und Zara kann extrem flexibel auf Trends reagieren.
Die unsichtbare Armee: Keine Verträge, keine Berichte
Die Näherinnen arbeiten ohne feste Anstellung – sie sind keine direkten Angestellten von Inditex. In den offiziellen Berichten des Konzerns tauchen sie nicht auf. Diese Unsichtbarkeit ist gewollt: Sie ermöglicht es Zara, Produktion schnell hoch- oder herunterzufahren, ohne Fixkosten. Die Frauen arbeiten oft in Heimarbeit oder in kleinen, nicht registrierten Werkstätten. Der Preis dieser Geschwindigkeit wird von ihnen getragen: niedrige Löhne, fehlende soziale Absicherung, unregelmäßige Aufträge.