Einleitung
Stell dir vor, das größte Wasserkraftwerk der Welt wird gebaut – und niemand spricht darüber. Genau das ist mit dem Baihetan-Staudamm am Jinsha-Fluss in China passiert. Während die Drei Schluchten als Symbol chinesischer Ingenieurskunst gelten, übertrifft Baihetan sie in puncto installierter Leistung – und bleibt dennoch weitgehend unbemerkt. Warum? Und was steckt wirklich hinter diesem Megaprojekt?
Technische Meisterleistung im Verborgenen
Baihetan ist kein gewöhnlicher Staudamm. Mit einer Höhe von rund 300 Metern – höher als der Eiffelturm – wurde die Mauer direkt in eine Bergkette gesprengt. Doch das eigentliche Wunder liegt im Inneren: Eine unterirdische Stadt beherbergt 16 Turbinen, jede mit einem Durchmesser von 16 Metern, größer als ein vierstöckiges Gebäude. Diese Anordnung macht die Anlage für Satelliten unsichtbar und unterstreicht die strategische Bedeutung, die China solchen Projekten beimisst.
Die installierte Leistung von 16 Gigawatt wurde in einem einzigen Bauabschnitt realisiert, im Gegensatz zu den Drei Schluchten, die über Jahrzehnte in mehreren Phasen auf 22,5 Gigawatt ausgebaut wurden. Baihetan liefert also auf einen Schlag eine immense Menge Strom – genug, um ein ganzes Land wie Argentinien ein Jahr lang zu versorgen.