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Apples stilles Update: Wie geplante Obsoleszenz Milliarden brachte

Wie Apple mit einem stillen Update alte iPhones ausbremste und Milliardenumsätze erzwang. Ein französisches Gericht verurteilte den Konzern – die ganze Geschichte.

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Der Skandal: Ein Update, das iPhones ausbremste

2017 entdeckte der Entwickler John Poole, dass sein iPhone 6 nach einem iOS-Update deutlich langsamer wurde. Ein Benchmark zeigte einen massiven Leistungseinbruch – nicht etwa wegen einer alternden Batterie, sondern wegen neuem Code, den Apple kurz zuvor installiert hatte. Apple bestätigte die Drosselung und begründete sie mit „Batterieschutz“. Das Problem: Es gab keine Benachrichtigung, keine Option zum Deaktivieren, kein Wort im Changelog. Nutzer wussten nicht, dass ihr Gerät absichtlich verlangsamt wurde.

Die Taktik: Stille Drosselung als Umsatztreiber

Ein langsames iPhone fühlt sich alt an. Viele Nutzer schlossen daraus, dass ein Upgrade fällig sei – und kauften ein neues Gerät. Diese Taktik, bekannt als „geplante Obsoleszenz“, ist nicht neu, aber Apples Vorgehen war besonders raffiniert: Es geschah im Verborgenen. Die Drosselung war nicht deaktivierbar, und Apple informierte niemanden. Der Effekt war enorm: Schätzungen zufolge löste das Update Umsätze in Milliardenhöhe aus, weil Nutzer ihre vermeintlich defekten iPhones ersetzten.

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Das Urteil: Frankreich verurteilt Apple

2020 verurteilte ein französisches Gericht Apple zu einer Geldstrafe – die erste Verurteilung wegen geplanter Obsoleszenz in der Geschichte. Das Gericht stellte fest, dass Apple durch die unterlassene Information und die fehlende Deaktivierungsmöglichkeit gegen französisches Verbraucherrecht verstoßen hatte. Apple musste die Strafe zahlen und eine öffentliche Mitteilung veröffentlichen.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Der Fall zeigt, wie wichtig Transparenz bei Software-Updates ist. Hersteller sollten Leistungseinschränkungen klar kommunizieren und dem Nutzer die Wahl lassen. Seit dem Skandal hat Apple seine Praxis geändert: Bei neueren iOS-Versionen wird der Batteriezustand angezeigt, und die Drosselung kann deaktiviert werden. Dennoch bleibt die Frage: Wie viele andere Geräte werden stillschweigend gedrosselt?

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Praktische Tipps für iPhone-Nutzer

  • Überprüfen Sie regelmäßig den Batteriezustand unter „Einstellungen > Batterie > Batteriezustand“. Ein Wert unter 80 % kann zu Drosselung führen.
  • Wenn Ihr iPhone langsamer wird, prüfen Sie, ob ein Batteriewechsel hilft – oft günstiger als ein Neukauf.
  • Achten Sie auf die Versionshinweise von iOS-Updates. Seit iOS 11.3 gibt Apple an, ob ein Update die Leistung beeinflusst.

Fazit

Apples stilles Update war ein Paradebeispiel für geplante Obsoleszenz. Ein einzelner Entwickler deckte den Skandal auf, und ein Gericht zog Konsequenzen. Für Verbraucher bleibt die Lehre: Hinterfragen Sie Leistungseinbrüche bei älteren Geräten – oft steckt keine Alterung dahinter, sondern ein Update.

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FAQ

Warum hat Apple iPhones per Update verlangsamt?

Apple begründete die Drosselung mit dem Schutz alternder Batterien, um plötzliche Abschaltungen zu verhindern. Kritiker sehen darin jedoch geplante Obsoleszenz, da die Drosselung ohne Wissen der Nutzer geschah und so Upgrade-Käufe auslöste.

Welche iPhones waren von der Drosselung betroffen?

Betroffen waren vor allem Modelle mit älteren Batterien, darunter das iPhone 6, 6s, SE und 7. Die Drosselung wurde mit iOS 10.2.1 eingeführt und später auf weitere Geräte ausgeweitet.

Wie hoch war die Strafe für Apple in Frankreich?

Ein französisches Gericht verurteilte Apple 2020 zu einer Geldstrafe von 25 Millionen Euro wegen geplanter Obsoleszenz. Es war das erste Urteil dieser Art in Frankreich.

Kann ich die Drosselung bei meinem iPhone deaktivieren?

Seit iOS 11.3 können Sie unter „Einstellungen > Batterie > Batteriezustand“ die Leistungsdrosselung deaktivieren. Diese Option erscheint jedoch nur, wenn Ihr Gerät unerwartet heruntergefahren ist.

Ist geplante Obsoleszenz illegal?

In vielen Ländern, darunter Frankreich und Deutschland, ist geplante Obsoleszenz verboten. Hersteller müssen über geplante Einschränkungen informieren und dürfen die Lebensdauer nicht künstlich verkürzen.

Wie kann ich testen, ob mein iPhone gedrosselt wird?

Mit Benchmark-Apps wie Geekbench können Sie die Prozessorleistung messen. Ein deutlicher Leistungsabfall nach einem Update kann auf Drosselung hinweisen. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit anderen Geräten desselben Modells.

Quellen

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